Lernen am echten menschlichen Körper – eine etwas andere Form des Wissenserwerbes

 

Am 8. Mai 2014 fuhren die Schüler der Klasse 12G des SBBZ Suhl / Zella–Mehlis nach Jena. Für beide Klassen war es eine Exkursion im Rahmen ihrer beruflichen Ausrichtung.

 

Unsere Fahrt dauerte ca. 1 ½ Stunden. Gegen 9 Uhr kamen wir in Jena an. Hier trennten sich unsere beiden Klassen. Die Schüler  aus der Wirtschaftsklasse suchten das Unigebäude auf, um zu ihren Vorlesungen zu kommen, die sie sich ausgesucht hatten. Ziel der Vorlesungen war es, einen Einblick in eine zuküntige Studienrichtung zu bekommen. Zeitgleich begab sich die Klasse „Gesundheit und Soziales“, kurz GuS genannt,  in Richtung Anatomie.

 

Wir bekamen zuerst ein wenig Freizeit, welche wir u.a. in der nahe gelegenen Goethe–Galerie genossen. Nach einer kurzen Zeit trafen wir uns um halb 11 wieder an der Anatomie. Nach kurzen Einweisungen führten uns zwei Studenten in einen Saal mit vielen Präparaten. Nun trennte sich unsere Klasse wieder. Der eine Teil wurde in den Prepariersaal gebracht. Ich blieb zuerst in dem Saal mit den Präparaten. Hier sahen wir riesige Gefäße mit Schrumpfköpfen, kranken und gesunden Lebern, Herzen, Nieren und Lungen. Außerdem sah man in der Austellung auch Gehirne und Fehlgeburten. Einige hatten schon mit diesem Anblick sehr zu kämpfen und Mühe hinzusehen. Für mich selbst war es auch ein sehr ungewohnter Anblick. Trotzdem gaben sich alle Mühe, während der Führung aufmerksam zuzuhören. Der Student führte uns durch den Raum. Er erläuterte uns viele Details über die Knochen des menschlichen Körpers, die wichtigsten Blutbahnen und die anderen Lebensorgane des Menschen. Nach dieser Führung wechselten die Gruppen. Wir gingen in den Leichensaal. Hier zeigte uns der Student an verschiedenen toten menschlichen Körpern die Organe wie z.B. Herz, Lunge und Leber. Der Student testete hier unser Wissen,weil er aus Erfahrung wusste, dass wir nicht viel fragen würden . Wir mussten uns an die Aufgaben der einzelnen Organe erinneren und sie nennen. Wir durften aber auch jederzeit Fragen stellen. Wir fragten unter anderem, wo sich bestimmte Organe befanden oder ließen uns verschiedene Stellen im menschlichen Körper zeigen, wie z. B. die Gallenblase. Der Student erläuterte uns die grundlegenden Stellen der Verdauung sowie den Gasaustausch im menschlichen Körper. Hier direkt neben zwei toten menschlichen Körpern zu stehen und die Organe so zu betrachten, war noch einmal etwas ganz anderes als im Präparationssal. Ich hatte im Vorfeld Angst umzufallen oder dass mir bei diesem Anblick schlecht werden könnte. Aber wir alle überwanden unsere Abneigung, was auch dem Studenten zu danken war. Wir fassten Organe an und wunderten uns über deren Konsistenz. Wir nutzen diese Erfahrung, um unser Wissen zu festigen, zu erweitern bzw. zu verinnerlichen. Nach einer guten dreiviertel Stunde verließen wir den Raum. Ich muss zugeben, dass ich den Geruch der zur Sterilisierung verwendeten Flüssigkeiten nicht vermissen werde.

 

Nach der Verabschiedung von unserem Studenten verließen wir die Anatomie. Nun begaben wir uns zu einem Uni-Hauptgebäude, in welchem eine Informationsveranstaltung stattfinden sollte. Hier trafen wir uns mit unserer Parallelklasse wieder. In der Informationsveranstaltung sprach eine Studentin über die Studienmöglichkeiten und Aufnahmevoraussetzungen. Danach traten wir die Heimreise an. Unser Bus holte uns am Planetarium ab und gegen 17:45 Uhr kamen wir wieder voller neuer Eindrücke in Suhl an. Ich fand diesen Ausflug nach Jena sehr interessant, weil er den Unterricht im Fach Gesundheit und Soziales auf sehr eindrucksvolle Weise bereicherte. Erleichtert war ich auch, dass ich im Leichensaal den Erklärungen ohne Übelkeit folgen konnte. Müde, aber zufrieden fiel ich am Abend in mein Bett.

 

Karl Ullrich (12G2)

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